Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Junge Welt, 05.02.2013 Interview zu Breitenworbis

»Ich möchte mit Ihnen nicht mehr über das Thema reden«

     Ein CDU-Landrat findet es ganz in Ordnung, daß Flüchtlinge jahrelang
     im Güllegestank leben müssen. Ein Gespräch mit Werner Henning

Interview: Gitta Düperthal
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Offener Brief einiger Frauen aus dem Isolationslager Breitenworbis ( Farsi )

به Lan­de­rats­amt و اداره ی مهاجران خارجی و اداره ی اموراجتمایی Eichs­fel­der
نامه ی سرگشاده از جمعی از زنان کمپ مهاجران Be­rei­ten­wor­bis

ما در یک خانه ی مسکونی دورافتاده در 2 کیلومتری منطقه ی Be­rei­ten­wor­bis زندگی می کنیم. کنار کمپ یک تصفیه فاضلاب بدبو و همچنان یک سیستم تهیه کودحیوانی قرار دارد, چیزی که زندگی را در تابستان غیرقابل تحمل می کند.

120 انسان- خانواده و مجرد- باید خود را در تعداد کم توالت ها و حمام‌ها و آشپزخانه ها تقسیم کنند. برای دسترسی پیدا کردن به مرکز خرید, پزشک, مدرسه یا مهدکودک باید ما چندین کیلومتر را از کنار خیابان پیاده طی کنیم.در این منطقه فقط یک ایستگاه بوس وجود دارد.

ما خود را از جامعه منزوی و کنارگذاشته شده حس می کنیم. مخصوصاً برای خانم‌ها و آن‌هایی که بیمارند و به سختی می‌توانند راه بروند و همچنین برای مادری با فرزندان خردسال این زندگی غیر قابل تحمل است.

به اضافه ابن که ما با مشکلات مان جدی گرفته نمی شویم.

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OFFENER BRIEF von einigen FRAUEN aus dem ISOLATIONSLAGER BREITENWORBIS

An das Land­rats­amt Eichs­feld,
die Eichs­fel­der Aus­län­der­be­hör­de
und das Eichs­fel­der So­zi­al­amt

Of­fe­ner Brief ei­ni­ger Frau­en aus dem Flücht­lings­la­ger Brei­ten­wor­bis

Wir leben in einem al­lein­ste­hen­den Wohn­haus, 2 km von dem Ort Brei­ten­wor­bis ent­fernt. Ne­ben­an be­fin­det sich eine stin­ken­de Klär­an­la­ge sowie eine Mast­an­la­ge, was das Woh­nen be­son­ders im Som­mer un­er­träg­lich macht. 120 Men­schen – Fa­mi­li­en und Al­lein­ste­hen­de – müs­sen sich we­ni­ge Toi­let­ten, Du­schen und Kü­chen tei­len. Um ein­zu­kau­fen, zum Arzt, zur Schu­le oder zum Kin­der­gar­ten zu ge­lan­gen, müs­sen wir meh­re­re Ki­lo­me­ter zu Fuß auf einer un­be­leuch­te­ten Stra­ße lau­fen. Eine Bus­hal­te­stel­le gibt es nur im Ort.

Wir füh­len uns von der Ge­sell­schaft iso­liert und aus­ge­grenzt. Be­son­ders für Frau­en, die krank sind und schlecht lau­fen kön­nen sowie Müt­ter mit klei­nen Kin­dern ist die­ses Leben un­er­träg­lich. Hinzu kommt, dass wir mit un­se­ren Pro­ble­men nicht ernst ge­nom­men wer­den.

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Winterabschiebung STOPPEN

Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterabschiebungen Stoppen!

Kundgebung: Freitag / 18.01.2013 / 10.00 Uhr / Erfurt ? vor der
Edith-Stein-Schule

Wir schließen uns dem bundesweiten Aktionstag an. Dieser steht für einen
deutschlandweiten Winterabschiebestopp in die Balkanstaaten. In
Schleswig-Holstein, Thüringen, Bremen und Rheinland-Pfalz wurde bereits
der Winterabschiebestopp für ?besonders Schutzbedürftige? Flüchtlinge
aus Serbien und Mazedonien eingeführt. Mit unserem Aktionstag fordern
wir alle verbleibenden Bundesländer dazu auf, ebenfalls die
Abschiebungen für Roma und andere Minderheitenzugehörige, sowie das
Drängen seitens der Behörde zu einer sogenannten ?freiwilligen Ausreise?
zu stoppen! Roma, Ashkali und ÄgypterInnen sind in Serbien, Mazedonien
und in Kosovo strukturellem Rassismus und Diskriminierung ausgesetzt.
Ihnen wird der Zugang zum Arbeitsmarkt, zum Bildungssystem, zum
Wohnungsmarkt sowie zu ausreichender medizinischer Versorgung
vorenthalten. Gerade im Winter verschlechtert sich die Situation der
Betroffenen erheblich. Viele Roma sind von Obdachlosigkeit bedroht oder
leben in kaum beheizbaren Behelfsunterkünften, oft ohne Zugang zu Strom
und fließend Wasser.

In den letzten Monaten wurden schon mehrere hundert Roma und andere
Minderheitenzugehörige aus Deutschland zur sogenannten ?freiwilligen
Ausreise? gedrängt und in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Derzeit
werden Roma wie vor 20 Jahren, als das Grundrecht auf Asyl de facto
abgeschafft wurde, erneut benutzt, um mittels einer populistischen
?Asylmissbrauchs?-Kampagne die Zuwanderung nach Deutschland zu erschweren.

Innenminister Friedrich (CDU) sowie die Landesinnenminister von
Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, bezeichnen Roma als sogenannte
?Wirtschaftsflüchtlinge? und werfen ihnen vor, dass sie das Asylrecht
missbrauchen. Als wäre das nicht genug setzt sich Friedrich dafür ein,
dass die Asylgelder gekürzt werden und fordert unteranderem ein
Schnellverfahren zur Abschiebung in 48 Stunden für Menschen aus Serbien
und Mazedonien.

Hans-Peter Friedrich wird am 18. Januar in der Edith-Stein-Schule mit
SchülerInnen aus dem 12. Jahrgang unteranderem über Internetsicherheit,
politischen Extremismus und den Islam in Deutschland diskutieren. Mit
dieser Kundgebung wollen wir eine kritische Auseinandersetzung mit den
Aussagen des Innenministers Friedrich erreichen. Ebenso fordern wir den
Innenminister und die PolitikerInnen in Bund und Ländern auf, der
historischen Verantwortung Deutschlands nachzukommen, die sich aus der
Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus, aber
auch aus dem Umgang mit Sinti und Roma in der Nachkriegszeit, sowie dem
Pogrom in Rostock-Lichtenhagen ergibt, Roma ein Bleiberecht zu gewähren!

Wir fordern, die Nötigungen zur sogenannten ?Freiwilligen Ausreise? zu
stoppen!

 Wir unterstützen die Forderungen der streikenden Flüchtlinge:

- Residenzpflicht abschaffen!
- Flüchtlingslager abschaffen!
- Abschiebungen stoppen!
- Bleiberecht für alle!